2020

Grandpa & Me

Kunst & Begegnung

Grandpa & Me

Das Projekt

Die Teilnehmer begegnen sich zunächst im intergenerationellem Dialog zu Fragestellungen wie dem unterschiedlichen Umgang mit Zeit und mit Familienbegriffen zwischen Tradition und Patchwork. Sie spüren  Gemeinsamkeiten auf wie Strukturbedürfnis und Anspruch an Lebensqualität. Wir schlagen eine Brücke zwischen „Opa und Enkel“.

Dann lernen die Senioren von den Jugendlichen, die bereits eigene Projekte in der Correspondence Art durchgeführt haben,  wie diese Ideen anschaulich bildhaft dargestellt und im einem Mailartablauf verarbeitet werden können. Über die bildgestalterischen Arbeitsmöglichkeiten findet Begegnung zwischen alt und jung statt. Wir fördern mit dem Vehikel „Mailart“ die Fähigkeit, den intergenerationellen Dialog pointiert abzubilden und das öffentlich zu machen. Ziel aller Beteiligten ist die Fähigkeit, sich bildnerisch auszudrücken und das Anliegen „Grandpa & Me“ mit Herz und Verstand darzustellen. Ohne Leistungsdruck bietet unser Format reichlich Motivation und ganz einfach: Sehr viel Spaß!

Die Teilnehmer laden dann Künstler in aller Welt ein, ebenfalls Beiträge zu diesem Thema zu senden. Von allen Motiven druckt anschließend die deutsche Post Sondermarken als offiziell frankaturgültiges Porto. Die Marken bieten die Teilnehmer sodann in einem selbstgebauten Kunstpostamt an, so lernen sie mit Tiefgang, aber auch Spaß den Zusammenhang zwischen Kunst und Kommerz kennen.

Die Workshops werden von Seniortrainern (nach dem EfI-Programm: Erfahrungswissen für Initiativen), Sozialarbeitern, Mailartisten und Mitarbeitern aus der kulturellen Bildung geleitet. Die Ausstellung aller Arbeiten findet in Minden statt. Anschließend reisen die Exponate als Wanderausstellung durch die beteiligten Institutionen an verschiedenen Orten in der Region. Wir dokumentieren Arbeitsprozess und Ergebnisse in unserem Digital Museum of Arts.

Sichtbar machen werden wir die Projektergebnisse durch die gedruckten Briefmarken von der Post, plus die Darstellung im „Digital Museum of Arts“. Nach einer gemeinsamen Vernissage aller Beteiligten im BÜZ folgt dann eine Tournee des Kunstpostamts zu den Veranstaltungsorten der beteiligten Kooperationspartner. An der Gestaltung der digitalen Präsentation sowie der Durchführung der Wanderausstellung sind die Teilnehmer maßgeblich beteiligt.

Förderer

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

LAG Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V.

Kooperationspartner

Seniorentagesstätte Treffpunkt Johanneskirchhof

Internationale Schulklasse des Herder-Gymnasiums der Stadt Minden

Bilder aus dem Projekt und internationale Beiträge von Mail Artisten aus aller Welt.

Eine interkulturelle Vernissage mit Kunstpostamt am Mittwoch 09.09.2020

In Corona-Zeiten gelang dem BÜZ in Kooperation mit der Altentagesstätte Treffpunkt Johanniskirchhof eine besonders gelungene Veranstaltung. Im BÜZ waren an den Wänden beeindruckende Werke des Projekts Alt und Jung, Deutsch und Syrer oder auch Großvater und Enkel zu sehen. In Eingangsbereich war das Kunstpostamt aufgebaut. Hier konnten die Briefmarken erworben werden. Im Treffpunkt Johanniskirchhof waren auf Stellwänden Fotos der gemeinsamen Treffen von Opa und Enkel, der Arbeit am Mailart-Projekt, der Ergebnisse und der Rückantworten aus aller Welt. Aus Deutschland, Italien, Finnland, Taiwan, Nordamerika und Mexiko gab es Kunstpostkarten zu sehen. Selbst Exponate aus Uruguay oder Japan konnten bestaunt werden, um hier nur einige Länder und Kulturkreise zu erwähnen. Dazu lief bei Kaffee und Kuchen eine Powerpoint-Präsentation.

Doch zunächst zur Vorgeschichte der Vernissage:

Deutsche Senioren aus der Männergruppe Feierabend und geflüchtete Syrer hatten sich zu einem einzigartigen Projekt zusammengefunden und haben sich dabei über einen längeren Zeitraum kennengelernt, sich ausgetauscht, über Deutschland früher und heute sowie über den Krieg in Syrien oder Fluchterfahrungen und -traumatisierungen berichtet und interkulturell viele Erfahrungen gesammelt. Werte und Normen in der jeweiligen Kultur wurden beleuchtet, der Spracherwerb der jungen Syrerinnen und Syrer war auch nicht zu unterschätzen.

All diese erwähnten Aspekte waren Bestandteil eines Mailart-Projekts, welches darauf ausgelegt war, dass sich Generationen und Kulturen treffen. Die Jugendlichen hatten die Senioren vom Feierabend als Ersatz-Opas schnell lieben gelernt, da ihre eigenen Großväter den Krieg in Syrien oft nicht überlebt hatten. Natürlich stand die künstlerische Arbeit im Vordergrund: Briefmarken zu erstellen und Kunstpostkarten. Vielfältige Ergebnisse kamen dabei heraus von naiven über surrealistische bis zu realistischen Elementen oder auch Fotocollagen. Alles war möglich. Eine Briefmarke zum Beispiel zeigt Sabah aus Damaskus mit Robert aus Porta Westfalica. So wie die beiden gestalteten die geflüchteten Jugendlichen gemeinsam mit den Senioren vom Treffpunkt eigene Marken.

Die Citipost druckte offizielle Briefmarken – gültig in aller Welt. So fanden die wunderschönen Motive Platz auf Briefmarken. Natürlich wurden Karten und Briefmarken auch verschickt, und mit Spannung wurden Antworten erwartet.

Nun aber zurück zur Vernissage:

Oswald von Wolkenstein – ein Mindener Urgestein, auch als Minnesänger zum Anfassen bekannt, moderierte mit gewohnter Routine, mit Eloquenz und Scharm durch die Vernissage, in der Geflüchtete und Senioren Beiträge zu Migrationserfahrungen und gelungener Integration lieferten. Zum Austausch hat dieses Mailart-Projekt wesentlich beigetragen. Natürlich gab es neben den Wortbeiträgen auch einen musikalischen Teil mit Querflöte von Susanne Burgschweiger oder Gesang von Sidra & Amal & Sabah. Nicht zu vergessen Andreas Schönebergs Beiträge zur aktuellen Flüchtingsproblematik auf Lesbos und dem Brand im Flüchtlingslager Moria.

Und ja: Da war noch was

Peter Küstermann (Peter Netmail, der Mailart-Künstler) - der Initiator der Männergruppe Feierabend und der vielen Workshops mit den Geflüchteten und des Projekts Grandpa & Me – feierte an diesem Tag seinen 70.Geburtstag. Eine schönere Veranstaltung kann man sich zu solch einem Tag nicht wünschen.

Volker Papke-Oldenburg

23.06.2020 - Vom MailartMekkaMinden ins Guinnessbuch

Eine Reise erzählt von Sabah Ombari

In 365 Tagen reiste Peter Küstermann mit 200 Kilo insgesamt 4000 Postkarten 100.000 km.

Es begann eine Reise von Minden in ein vielseitiges Netz in die Welt hinaus, angetreten von Peter Küstermann und Angela Pähler. Sie Reisten mit allem was ihnen Finanziell möglich war. Sie führen mit dem Zug, mit dem Bus oder gingen zu Fuß und alles mit den Postkarten im Gepäck.
Sie besuchten andere Künstler und Künstlerinnen die Postkarten bekommen sollten. Teilweise wurden die Postkarten auch getauscht.
In 10 Tagen bereisten sie halb Europa, über 20 Orte.

In dem zweiten Teil der Reise innerhalb von 3 Monaten kam es zu spannenden Herausforderungen, indem Flüsse überquert werden mussten um die Künstler und Künstlerinnen zu besuchen. Es ging von London nach China bis nach Kongo. Eine Badewanne voller Pudding wartete bei einem Künstler in Japan und Bananen in Kanada.
Mailartisten tragen Uniformen, dies ist ein Zeichen ein Mailartkünstler zu sein. So auch Peter und Angela.

Der letzte Tag der Reise war der 31 Dezember im Rom. Es kam zu vielen Treffen alle waren kurz aber immer herzlich. So verwurzelt in seiner Künstlerfigur wurde schnell aus Peter Küstermann Peter Netmail.
Der Vortrag der jungen Rednerin war so nah an der Geschichte, sodass man das Gefühl hatte die Reise selbst angetreten zu haben.

Trotz der Abstandsregelung und Maßnahmen, die derzeit im BÜZ Minden befolgt werden, war die Stimmung herzlich und zum Wohlfühlen. Die Reise, die so lebendig erzählt wurde kam bei allen Teilnehmenden sehr gut an egal welche Altersgruppe anwesend war.

29.05.2020 - Stempelschneiden

Jetzt schnitz ich meinen eigenen Stempel – auf dem Papier eng zusammen rücken in Coronazeiten: Ein interkultureller und intergenerativer Postkunst-Workshop am 29. Mai 2020 im BÜZ aus der Veranstaltungsserie GRANDPA & ME. „Full house“ herrschte im BÜZ, als bei der dritten Veranstaltung unter Coronabedingungen 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung der Mailartistin Angela Netmail ihre eigenen Porträtstempel aus einem großen Radiergummi schnitzten. Die jüngste Teilnehmerin war acht Jahre alt und der Älteste zählte 76 Lenze.

So unterschiedlich das Alter war, von der Schülerin über die Studentin, den Familienvater bis hin zum Rentner, so unterschiedlich waren auch die Kulturen, zumeist deutsch und syrisch. Allen gemeinsam war, dass sie es genossen, wieder mit Menschen zusammen sein zu dürfen, auch, wenn Moderator Peter Netmail streng auf Abstands- und Hygieneregeln achtete. So hatte Jede und Jeder einen eigenen Tisch mit allen Untensilien die benötigt wurden, inclusive der Verköstigung!

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Mikrophon, welches das Reden auf Distanz ermöglichte und nach jeder Rednerin und jedem Redner desinfiziert wurde (wenn sie nicht aus einem Haushalt kamen), hatte Angela Netmail einen kurzweiligen Anleitungsfilm vorbereitet. Der lies keine Fragen offen und eifrig wurde nun drauf los gearbeitet; untermalt von angenehmer Hintergrundmusik.

Am Ende durften alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen eigenen Stempel mit ihrem Konterfei darauf und ein großes Kunstplakat (Unikat!), auf dem alle Teilnehmer gedruckt abgebildet waren, mitnehmen. Auf diesem Gesamtkunstwerk konnten alle Teilnehmer symbolisch eng zusammenrücken, was in der Realität noch nicht möglich ist. In der Feedbackrunde wurde wiederholt angemerkt, dass es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß bereitet hat, diese dem Linolschnitt verwandte Methode ausprobiert zu haben und einige animiert wurden, dies auch zuhause weiter zu tun! Überrascht waren etliche, dass sie sich im Stempel wiedererkannt haben und damit der „Beweis“ erbracht wurde, dass „richtige Kunst“ entstanden ist.

Schlussendlich bedankten sich alle für die abwechslungsreichen, gemeinsamen zweieinhalb Stunden am außerschulischen Bildungsort BÜZ.

geschrieben von der Teilnehmerin Silke Schulte-Schulenberg

Einladung der Tuchfabrik Oberlausitz

Geburtstag Wilhelm Stark

Im Rahmen von "Feierabend digital" sprachen wir in 2019 mit dem Mindener Flugzeukonstrukteur Wilhelm Stark.

Zu seinem 100. Geburtstag schickten die Teilnehmer von Grandpa & Me ihm nun einen selbstgestalteten Mailart-Geburtstagsgruß.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.