2020

Kul-Tour: Atelierbesuche

Kul-Tour: Atelierbesuche

Das Projekt

Wir wenden uns an bildungsbenachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene aus oft prekären Familienverhältnissen. Ihre Angehörigen sind ebenfalls willkommen. Sie verbindet die Lust auf interkulturelle und interdisziplinäre Begegnung. Ihr Wunsch nach dem Sprung aus der Beschäftigung mit historischer Stadtkunst in die persönliche Begegnung mit einheimischen Künstlern entstand aus der Durchlässigkeit unseres Programmangebots  beim „Reinschnuppern“ in weitere kreative Angebote in unserem Hause. Dort lernten sie Künstler und ihre Biographien kennen.

In unserem neuen Projekt kommen insbesondere die ästhetisch-sinnliche Erfahrung der Künstler-Ateliers als Teil der gegenwärtigen Mindener Kulturlandschaft und das aktive Ausprobieren diverser künstlerischer Techniken hinzu, damit ungewohnte Sichtweisen auf Alltagseindrücke, sowie neue Ausdrucksmöglichkeiten der eigenen Gefühle und Erlebnisse, bis hin zu der Frage. „Wie wollen wir unsere Kultur gestalten?“

Ziel ist die Erweiterung unseres Kultur-Stadtplans für Jugendliche aus dem Jahr 2019 um die besuchten Künstlerateliers.

Förderer

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

LAG Soziokultur NRW

Kooperationspartner

Künstlergruppe "Der Regenbogen"

Verein für aktuelle Kunst Kreis Minden-Lübbecke e.V.

Kulturforum Minden

Offene Ateliers

Herder-Gymnasium Minden

Hauptschule Todtenhausen

Betreuerverein Rechtes Weserufer

 

25.9.2020 - Atelierbesuch bei Jessica Koppe

Dieses Mal waren wir bei der Künstlerin Jessica Koppe im Atelier . Wir haben einen neuen Malstil ausprobiert; und zwar die "Monotypie". Es war richtig gut und cool, auch was Neues auszuprobieren. Die Materialien waren einen Holzplatte, eine Glasscheibe, ein dünnes Papier, ein dickes Papier und JEWEILS die Farbe; mit welcher wir gearbeitet haben. Jeder konnte eine beliebige Bildvorlage mitbringen, oder eines selber aussuchen aus Jessicas Angebot.

Durchführung:

Zuerst klebt man das dünne Blatt auf die Holzplatte; und darauf dann das Bild, welches wir entweder mitgebracht haben oder welches wir ausgesucht haben. Danach klebt man die Glasscheibe vorsichtig darüber. Anschließend nimmt man das dicke Papier und klebt es über die Scheibe, aber ganz vorsichtig, darauf zeichnet man farbig die Umrisse der Vorlage. Am Ende hatten wir ganz tolle Ergebnisse; alle Bilder waren am Ende voll schön und interessant. Ich möchte mich bei der Künstlerin sehr bedanken, es hat uns viel spaß gemacht.

Sabah Oumari

28.08.2020 - Atelierbesuch bei Noemi Szabina Haugk

In ihrem Atelier in Petershagen, das unter anderem von fünf Künstlerinnen geteilt wird, gibt die ungarisch deutsche Musikerin und Malerin einen Einblick in ihre Kunstwerke, die überwiegend mit Spritz- und Fließtechniken entstehen. 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird eine Einleitung zum Atelier selbst gegeben, das früher ein Kuhstall bzw. ein Bauernhof war, das Atelier befindet sich auf dem Land, was eine optimale, ruhige Atmosphäre bietet zum kreativ werden. Noemi (40) wurde in Ungarn geboren, ihre Eltern wanderten jedoch nach Deutschland aus, als sie sechs war. Sie studierte in Dresden, war dort Dozentin und später Grundschullehrerin bis sie sich ganz der Kunst und Musik widmete, Kunst und Musik seien eine wirkungsvolle Art mit sich selbst in Einklang zu kommen. Sie kam mit ihren Kunstausstellungen Anfang 2019 an die Öffentlichkeit.

Noemi gibt eine Einführung zur Spritz- und Maltechnik, diese bringe Bewegung und Dynamik in das Gemälde. Dabei wird Acrylfarbe mit viel Wasser verwendet, um die Farbe fließen zu lassen. Die Details und wichtigen Aspekte kennzeichnet Noemi gerne mit dickflüssigerer Farbe. Die Leinwände müssen vorpräpariert sein, damit die flüssige Farbe nicht eingesaugt wird.

Anschließend wird in Noemis Garten gemalt, dort wird Ruhe und Inspiration geboten, es wird allein und teilweise zu zweit gearbeitet. Pinsel, Bürste, Schwämme, Strohhalme, Bleistifte, alles darf verwendet werden, und jeder darf seiner Kreativität freien Lauf lassen. Es entstehen verschiedene, vielseitige Kunstwerke der Teilnehmenden (syrische und deutsche Teilnehmer). Zuletzt erfolgt eine Auswertungsrunde.

Anna Kirzhner

26.06.2020 - "Virtueller" Besuch bei Birgit Oldenburg

Der Besuch in Birgit Oldenburgs Atelier fand aufgrund der Corona-Beschränkungen vor allem virtuell statt. Über ZOOM zeigte die Künstlerin POURING-Techniken und die Teilnehmer konnten dies parallel zuhause und auch im BÜZ umsetzen. Das besondere daran: Alle Teilnehmer konnten sich gegenseitig über das Internet "auf die Finger schauen". Die Künstlerin wiederum konnte Ratschläge geben und Verbesserungsvorschläge machen. 

Auftaktveranstaltung „Malen mit den Künstler*innen“ am 5. Juni 2020 im BÜZ

Im Rahmen des Projekts“KUL-Tour 2020“ trafen sich drei Künstlerinnen und ein Künstler und stellten ihre Werke mit viel Herzblut den zahlreich anwesenden Jugendlichen und Multiplikatorinnen vor, um für die bis Ende des Jahres stattfindenden Workshops zu werben. Auch die Arbeiten zweier abwesender Künstler*innen wurden von Moderator Peter Küstermann vorgestellt.

Die Jugendlichen werden in den Künstlerateliers die Techniken der jeweiligen Künstlerin, bzw. Künstlers ausprobieren und das unter Corona-Richtlinien, die u.a. pauschal 5 Quadratmeter pro Person fordern. Einzutauchen in die künstlerische Lebensweise und das Kennenlernen privater Atmosphäre ist nicht nur für die deutschen Teilnehmer spannend, sondern auch besonders für Jugendliche mit Flüchtlings- oder Migrantenerfahrungen, die vielleicht weniger Möglichkeiten haben in deutsche Wohnräume hinein zu schnuppern.

Den Veranstaltungsauftakt macht Birgit Oldenburg am 26.06.2020, wo sie mit zwei Jugendlichen (da ihr Atelier nicht mehr Raumfläche bietet) ihre faszinierende Fließkunst (FluidArt aus den USA) ausprobiert. Diese Veranstaltung wird live begleitet mit einer Zoom-Kanal-Übertragung, damit auch andere Interessierte zuhause mitmachen können. Zusätzlich ist ein 20minütiger Film auf YouTube, Facebook und www.buezdigital.de hochgeladen, in dem die Künstlerin ihre Technik anschaulich und leicht verständlich vorstellt. Dieser Film fand in der Einführungsveranstaltung großen Anklang bei allen Beteiligten.

Peter Küstermann betonte an dieser Stelle, dass es für die Kultur sehr wichtig sei sich zu digitalisieren, um einem breiten Publikum zur Verfügung zu stehen.

Sehr spannend wird bestimmt auch die Reise ins Atelier nach Frille, wo die junge Künstlerin Noemi Haugh am 21.08.20 ihre großflächige und farbenfrohe Acryl-Verlauftechnik zeigt und bis zu 15 Jugendliche – bei schönem Wetter im Garten- malen dürfen. Dabei soll ordentlich gekleckst und gespritzt werden, denn das gehört zur Technik dieser Kunst!

Am 25.09.20 wird die spanische Seniorin Maria Loheide ihre Kachelmalerei in Blau zeigen und dazu anleiten eigene 15x15 cm große Fliesen mit oder ohne Schablonentechnik herzustellen.

Andreas Jackstien lädt am 09.10.20 zu sich ein, um den Linolschnitt auszuprobieren. Auf bemalten Papieren druckt der Künstler seine Symbolbilder, die sich mit der Gesellschaft und dem Klimawandel beschäftigen. Die Jugendlichen zeigten großes Interesse an seinen vorgestellten Kunstwerken und es entstand eine rege Diskussion darüber, was sie alles für Assoziationen auslösten.

Die Zeichnungen von Ulrich Kügler können im Workshop am 13.11.20 betrachtet und unter Anleitung des Künstlers und gestandenen Kunstpädagogen erprobt werden.

Die aus China stammende Künstlerin Niehong Dai-Klusmann bildet den Abschluss der Reihe der Atelier-Besuche am 11.12.20. Bei ihr zuhause wird typische chinesische Tuschemalerei kombiniert mit moderner Sichtweise. Es entstehen Landschaften, die dem Zufall und der Fantasie großen Raum geben. In ihrem Wohnzimmer dürfen in zwei Gruppen jeweils 5 Jugendliche unter ihrer freundlichen Anleitung arbeiten.

Nach zwei Stunden regen Austausches freuten sich alle Beteiligten auf die bevorstehenden Atelier-Besuche mit den vielfältigen Kunstformen, die angeboten werden. Die Künster*innen sind gespannt auf den Austausch und die Kommunikation mit den Jugendlichen.

Wieder einmal hat sich an diesem Nachmittag gezeigt, dass Kunst das Denken anregt und erweitert und man über die Generationen und Kulturen hinweg in eine intensive Auseinandersetzung mit sich und der Welt kommen kann.

Silke Schulte-Schulenberg

15.01.2020 - Präsentation mit Besuch der Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen

Bei der Tagung von Soziakultur.NRW mit dem Titel "Welcome to the next step" am 15.01.2020 hatten wir die Gelegenheit unserer Projekt KUL-tour 2020 vorzustellen. Janina Diestel und Mohammed Oumari, Teilnehmer des Projektes waren entscheidend an der Planung der Präsentation beteiligt und erläuterten der sehr interessierten Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Isabel Pfeiffer-Poensgen detailliert Ziele und Inhalte des Projektes.

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