2022

Die geheimen Verführer

Werbung

Die geheimen Verführer

Werbung

Im Projekt "Geschichtsort Johanniskirchhof" erstellten 2021 geflüchtete Jugendliche einen Dokumentarfilm, mit Bildungsbenachteiligten und deutschen Senioren. Sie kamen mit "verführerischen" Werbetechniken in Berührung, die sie kennenlernen und ausprobieren wollen, indem sie selbst einen Werbespot drehen. Das schafft Orientierungshilfe, Sensibilisierung und Kritikfähigkeit gegenüber den  „Tricks der Profis“.

Unser Team(Werbedesigner, Medienpädagogin, Seniortrainer, Kulturarbeiter, Filmschaffende) leitet sie mit Beispielen aus der heutigen Medienlandschaft an, durch kreatives Gestalten zu neuen Erkenntnissen für ihr tägliches Leben zu gelangen - ausschließlich durch Motivation, ohne Leistungsdruck. Der Prozess der Integration und Inklusion wird in intergenerativer Begegnung vertieft anhand des Verständnisses für die Wirkung von Werbung. Wir setzen technische Ausstattung und Assistenten für Hörgeschädigte ein.

In Kooperation mit der Werbeabteilung eines einheimischen mittelständischen Unternehmens, das glutenfreie Backwaren produziert, entwickeln die Teilnehmer in einem Planspiel ein eigenes Backprodukt, das sie dann in einem Werbespot mit Slogans, Jingle und Bildern bewerben. Der Bürgerfunk "Radio Minden" dokumentiert kontinuierlich unsere Workshops.  In der abschließenden Podiumsveranstaltung auf unserer Bühne im BÜZ werden Verlauf und Ergebnis einem breiten Publikum vorgestellt und diskutiert.


Förderer

Ernst Böcker Gmbh & Co KG

Sparkasse Minden-Lübbecke

Kooperationspartner

Treffpunkt Johanniskirchof

Lecker und gesund

Es geht ins Eingemachte

01.07.2022

Die Zeit schreitet voran. Das Projekt auch. An diesem Freitag war schon Halbzeit.

Im gut gefüllten Plenum, dieses Mal auch mit Gästen aus der Ukraine, begrüßten Peter Küstermann und Alf Fritzsche, der Projektleiter, die Anwesenden, um dabei auch kurz für die Neuen einen Überblick über die abgelaufenen Stationen zu geben: In besonderer Hinsicht unter dem Verweis auf die Kooperation mit der Firma BÖCKER und den Sauerteig-Produkten. Schließlich soll es um einen selbst konzipierten Werbefilm gehen.

Daraufhin folgten zwei visuelle Werbesequenzen mit der Intention, den Fokus der Teilnehmenden auf den Plot eines Werbefilms zu legen.

Beim ersten Werbefilm ging es um einen Bank-Blog der Sparkassen aus den 1990er-Jahren: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“. Zwei Männer sehen sich seit der Schulzeit zufällig wieder, sie protzen und bluffen wie beim Pokern. Dabei überbietet der zweite den ersten noch mit Pferden und Frauen, die hier als Pferdezüchterinnen deklariert werden.

In einer Meinungsrunde suchten die Anwesenden nach der Kernaussage des Spots. Sie nannten interessante Argumente wie „Besitz ist wichtig“ oder „Schuldenmachen ist kein Problem“. Alf Fritzsche betonte allerdings, dass die Intension der Sequenz zielgerichtet auf den Anlageberater der Sparkasse ist. Der macht es möglich.

Der zweite Werbespot stammte aus dem Jahr 1986. Die Vorzüge des AUDI 100 QUATTRO, der in Finnland im Winter eine Skischanze hinauffährt, sind Thema. Der Spot ist nur mit Musik hinterlegt. Danach blendete Alf Fritzsche auch das MAKING OFF des Films ein: Das Fahrzeug wird an einer Seilwinde die Schanze hochgezogen.

Nach diesen Anregungen und dem Zeigen der Tricks der Werbung widmete sich Alf Fritzsche dem eigentlichen Ziel: Ein Werbefilm für BÖCKER - Produkte. Eine Story für die Produkte soll in einem Handy-Video kreiert werden. Der Projektleiter erklärte Begriffe wie Corporate Design und Corporate Identity und verdeutlichte sie an BÖCKER - Verpackungen, an den Kugelschreibern oder dem Ziegenbock-Logo.

In einer Brainstorming-Phase sollten sich die Anwesenden tiefsinnige Gedanken zur Originalität des Werbespots machen: Was unterscheidet BÖCKER – Brot von anderen Broten? Wie kann tiefsinnig für laktose- und glutenfreie Produkte geworben werden? Sucht nach den entscheidenden Kriterien, die Neugierde erzeugen.

 Folgende Beispiele wurden genannt:

  • Ich vertrage kein Gluten, aber BÖCKER-Brot ist ideal für mich ....
  • Handwerker mit einem Brotkorb – Brotzeit ist die schönste Zeit
  • Drei Mohamads sind nach Deutschland gekommen, um deutsches Brot zu essen
  • Es gibt einen gedeckten Tisch. Eine Person sagt: Ich bin hier raus, weil es keine glutenfreien Produkte gibt. In einer zweiten Szene wird auf einem Tablet BÖCKER - Brot gebracht.

Abschließend wurden für den nächsten Termin am 12.08.2022 noch Gruppen zu den jeweiligen Vorschlägen gebildet, um dann am Storyboard weiterzuarbeiten.

Es war wieder ein sehr gelungener Nachmittag, der allen sichtlich Spaß gemacht und neue Erkenntnisse erbracht hat.

Volker Papke-Oldenburg


Es wird Zeit für eine Marktanalyse ...

27.05.2022

Wir testen Preise für Sauerteigprodukte in Minden. Und siehe da, die realen Preise widerlegen unsere Arbeitshypothese: nicht der Biomarkt ist am teuersten, sondern der Supermarkt nebenan. Weiter geht's am 1. Juli um 14:30 Uhr im BÜZ. Dann entwerfen wir unsere Werbevideos mit Alf Fritzsche. 

Fotos: Detlef Müller


20.05.2022

Billig? Nö. - Glutenfrei? Ja klar. - Lecker & gesund? Unbedingt!

Gemeinsam mit der Seniorengruppe "Feierabend!" erfahren unsere KulturScouts alles für ihre geplanten Werbespots über das Mindener Sauerteigbrot von Böcker. Als Nächstes gehen wir BrotShoppen.

Fotos: Detlef Müller


Vom Tiger im Tank zum Influencer

Die Tricks der Werbung

Auftaktveranstaltung am 18.03.2022

Unser Treffen fand im BÜZ statt und war gut besucht. Neben vielen Jugendlichen, die Kulturscouts vom BÜZ, saßen die Senioren aus der Männergruppe: „Feierabend“  aus dem Begegnungszentrum Johanniskirchhof. Anwesend war auch Dr. Georg Böcker (Sauerteigfabrik in Minden). Nach einer kurzen Begrüßung durch Peter Küstermann führte uns Alf Fritsche (Werbefachmann) zusammen mit Mohamed Omari in das Thema. Kurze Werbespots aus den Jahren zwischen 1950 und 1970 regten zur sofortigen Diskussion an. Die Gespräche führten oft ein wenig weg vom eigentlichen Thema, da uns die  Bilder zum Teil emotional stark bewegten, wie die Frage nach dem Frauenbild früher und heute. Lebensstil wird in der Werbung nachgestellt, aber auch verstärkt und somit greift eins ins andere.

Schnell kamen wir aber zum eigentlichen Thema zurück.

Was sind die direkten Ziele der Werbung?

Werbung will zum Verkauf animieren. Ohne Werbung gibt es zumindest heutzutage keinen Verkauf.

Sie soll Wünsche hervorrufen und muss deshalb so gestaltet sein, dass sie Aufmerksamkeit erweckt.

Sie richtet sich schwerpunktmäßig an Gefühle, wie das Bestreben anerkannt zu werden, dazu zu gehören.

Sie gibt aber auch Informationen.

 Sie appelliert häufig ans Gewissen, zum Beispiel Umweltfreundlichkeit

Auf die Frage, wie gestaltet sich Werbung gab es folgende Aussagen:

Werbung erzählt Geschichten, um so möglichst nahe an die Gefühlswelt zu kommen.

Es gilt die Regel: Werbung darf nicht lügen, d.h. aber nicht, dass sie manipulieren kann.

Sie ist weder gut noch böse.

Werbung versucht besondere Situationen des Zeitgeschehens zu erfassen, wie die Frage nach der Berufstätigkeit und Stand der Frau in der Familie, Eltern und Kinder in ihren verschiedenen Sichtweisen aufs Leben…

Werbung hat immer meist eine sehr verkürzte Aussage, die vielfach am Ende nochmal plakativ zusammengefasst erscheint.

Dennoch gilt bei aller Werbung: Wir haben, sicher manchmal auch eingegrenzt, den freien Willen uns gegen die Werbung zu entscheiden.

Im Anschluss an dieser aufschlussreichen Erarbeitung stellte Herr Dr. Böcker seine Arbeit vor.

Die Firma Böcker gibt es seit 112 Jahren in der 4. Generation. Früher war der Schwerpunkt Sauerteig für Bäckereien herzustellen. Auch jetzt werden noch fertige Sauerteige hergestellt und in viele besonders europäische Länder exportiert. Inzwischen gibt es einen ganz neuen Zweig. Es werden glutenfreie Brote für Menschen hergestellt, die Mehlprodukte nicht vertragen können. Probleme dabei sind, dass die Inhalte dieser Brote teurer sind als normales Mehl und die Menge dessen, was verkauft werden kann aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl an Menschen die auf solche Produkte angewiesen sind, gering ist. Es ist ein Nischenprodukt. Hinzu kommt, dass die normalen Teigmaschinen dafür nicht genutzt werden können. So ist die Herstellung deutlich teurer, dennoch muss der Preis bezahlbar sein, wenn man verkaufen will. All das sind Herausforderungen, der sich die Firma stellen muss.

In der kleinen Pause, die wir einlegten, kam es erneut zu guten Gesprächen. So wurde erwähnt von Seiten der Senioren, dass doch einige kein Englisch in den Schulen lernten und durch die Werbung, die vielfach englische Worte benutzt,  sich ausgeschlossen und dumm vorkommen. Auf der andern Seite stehen die jungen Menschen aus anderen Ländern, die mit Fachbegriffen und der teilweise verschachtelten Wörter Probleme im Verständnis haben.

Es ist gut hier im BÜZ zusammen zu sitzen und die Möglichkeit zu haben, auf alle diese Bedürfnisse einzugehen. Es ist keiner dumm, der fragt, wir spüren der Wert des Menschen richtet sich nicht nach seinem Intellekt, nicht nach Alter und seinen Einschränkungen, die damit verbunden sind, nicht nach sprachlichen Hindernissen und sozialen unterschiedlichen Entwicklungen.

Wir sitzen zusammen und können uns öffnen und uns gegenseitig bereichern in einer wertschätzenden Atmosphäre.

Ein Dankeschön an alle, die diesen Nachmittag vorbereitet und gestaltet haben.

Unsere Nächsten Sitzungen, sind am 20.5., 1.7., 12.8., 30.9. 4.11., 2.12.

Erfreulicher Weise dürfen wir am 20.5. die Sauerteigfabrik von Herrn Dr. Böcker besichtigen, Nordholzer Straße  (direkt nach der Tankstelle vor der Biologischen Station)

Treffen BÜZ 14.00 Uhr

D.Pütz

Werbung ...

13 Uhr, Lemgo – Regen. Das Haar sitzt
14 Uhr, Minden – Wind. Das Haar sitzt
14.30 Uhr, BÜZ – nette Menschen. Das Haar sitzt.

Original Spot Drei Wetter Taft

Herzlich willkommen zu der Reihe, die geheimen Verführer.

Wir wollen gemeinsam in dieser Reihe ergründen, in wie weit das Medium Werbung unser Tun und Handeln im Alltag beeinflusst und mitbestimmt.

Werbung hat als Teil des Marketings ein unglaublich breites Spektrum unterschiedlicher Formen, von denen wir hier nur einen kleinen Teil anreißen können. Alle haben jedoch eine Aufgabe. Das Transportieren von Botschaften, erregen von Aufmerksamkeit und erzeugen von Wünschen. Mal abgesehen von den täglichen „Schweinebauchanzeigen“, die darum bemüht sind, unsere Kühlschränke zu füllen. Vom Luxusgut bis zum Nagel in der Wand buhlen alle um unsere Aufmerksamkeit und möchten einen Bedarf wecken, damit wir eins tun, nämlich „Kaufen“.

DAMIT HABEN WIR SCHON EINE AUFGABE DER WERBUNG ERFÜLLT, wir kaufen das Produkt.

Werbung kreiert allerdings auch den Lifestyle, eine Gruppendynamik, in der wir uns bewegen sollen. Auf diesen Punkt gehen wir später ein.

Gleich zu Beginn zeige ich euch einen Fernsehspot aus den 50ern mit der Bitte, euch diesen Spot genau an zu sehen, um die verschlüsselten Botschaften darin zu finden und einmal kurz mitzuteilen, was dieser Spot bewirkt. Danach möchte ich gemeinsam mit euch eure Punkte besprechen.

  1. Oetker Pudding

Diskussion:

  1. Gesellschaft
  2. Frauenbild
  3. Geschlechtertrennung

Nach diesem Einblick möchte ich euch nun den 2. Spot, einige Jahre später, zeigen, um die Veränderungen im öffentlichen Bewusstsein aufzuzeigen. 

  1. LBS – Spießer

Was hat sich zwischen diesen beiden Spots verändert?

Werbespots gesamt,

Reihenfolge:

  1. Drei Wetter Taft
  2. Oetker Pudding
  3. LBS Spießer
  4. HB-Männchen Gummiboot
  5. Nescafe, ich habe gar kein Auto
  6. Bluna, sind wir nicht alle ein bisschen Bluna
  7. Mein Haus , mein Boot, mein Auto
  8. AUDI, Skischanze
  9. Saturn, Geiz ist geil
  10. Nike, Just do it, Germany Helden