2018

Comedy Slam

Martini um 12

„Martini um 12“: Zweifacher deutscher Meister und U20-Meister kommen zum ersten Mindener Comedy-Slam

Michael Hiller am 02.07.2018

(hil) Strahlender Sonnenschein und viele gut gelaunte Zuschauer bilden eine schöne Kulisse für den ersten Comedy-Slam in Minden am Poos zwischen Kaufhaus Hagemeyer und dem Beginn der Bäckerstraße. Slam-Master Peter Küstermann und Slam-Masterin Anna Sophie Malecha moderieren diesen Dichterwettstreit um den Pokal des besten Wortpoeten.

Die heimischen Slammer bekommen aber an diesem Samstag mächtig Gegenwind um den Sieg der Krone. Keine geringeren sind angetreten als der zweifache deutsche Meister Philipp Scharrenberg aus Bonn und der deutsche Meister im U20-Slam Benjamin Poliak aus Essen.

Insgesamt sechs Kandidatinnen und Kandidaten werden nach dem Losverfahren auf die „Bühne“ vor das Mikrofon gerufen. Daniela Sepheri tri􀃗t es als Erste, und ihr Wortspiel unter dem Titel „Ein kleines Mosaik“ beschreibt einen Ort, der zusammengesetzt ist aus Liebe und Glück. „Stell dir einen Ort vor, der irgendwie perfekt zu sein scheint“, hört man sie sagen. Ein Slam, der eher romantisch erscheint und ans Herz geht. Fünf Minuten maximal hat jeder Poet Zeit für seinen Auftritt, der dann unmittelbar auch bewertet wird durch fünf Juroren, die Karten für die Punktevergabe hochhalten.

"Ich bin Jude“ kommt von dem deutschen Meister im U20-Slam. Mit hoher Wortgeschwindigkeit und viel Witz in seinen literarischen Ausführungen erntet er vom Publikum viel Beifall. Dabei dreht es sich bei ihm auch nur am Rande um das Judentum. „Auch wenn mich die Judenschaft nur väterlicherseits betrifft…!“ So und ähnlich kommen Passagen in seinem Text vor. Aber auch diese wie die: „Oma, wenn du weißt, was du mir schenken willst, schenk mir Geld, und wenn du es nicht weißt, schenk mir auch Geld.“ Applaus und ein sattes Plus der Punkterichter.

„Der Tod ist die stärkste Form der Dienstunfähigkeit“, zitiert Martin Janke aus Minden. Er, der sich mit Gesetzmäßigkeiten auskennt, zeigt Unsinniges aus Beschlüssen von Behördenschreiben. Auch hier logischerweise wieder viele Lacher. Ganz viele von diesen Lachern erfährt der zweifachen deutsche Meister Philipp Scharrenberg. Philipp geht auf eine Fabelreise, und sein Spiel mit den Worten zwischen frivol und normal macht hier die Spannung aus. Ganz hohe Punktzahl für ihn.

Sarah und Mohamed Oumari, zwei 14- und 15-jährige Teenies aus Syrien, die erst seit zwei Jahren in Deutschland leben, bringen ein Wortgefecht zwischen Bruder und Schwester. Bemerkenswert bei den Geschwistern ist die deutsche Sprachkenntnis, die sie in dieser kurzen Zeit erworben haben. Joanna Steinmann jongliert mit ihrem Akzent und mit bestimmten Klischees. Über Polen und Polinnen und ein Hausverbot bei Aldi.

Das Niveau von allen Poetinnen und Poeten ist hoch. Aber nach dem Battle um den Pokal zwischen Benjamin Poliak und Philipp Scharrenberg wird klar: Es kann nur einen Pokalträger geben, und heute ist es Philipp Scharrenberg.  Der Bonner überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Performance über den modernen „Reader“ der Zukunft und scrollt dabei mit dem Finger in einem ganz normalen Buch. Witzig, charmant und überzeugend. Den zweiten wohlverdienten Platz belegt Benjamin Poliak und den dritten Daniela Sepheri.

Diese Slamveranstaltung ist eine Gemeinschaftsaktion des Kulturbüros der Stadt Minden, der Wirtschaftsförderung der Stadt Minden und der Minden Marketing GmbH.

Fotos von der Veranstaltung

Quelle

Kooperationspartner

Kulturbüros der Stadt Minden,

Wirtschaftsförderung der Stadt Minden

Minden Marketing GmbH

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