2021

Geschichtsort Johanniskirchhof

Geflüchtete filmen deutsche Senioren

Geschichtsort Johanniskirchhof

Geflüchtete filmen deutsche Senioren

In einem intergenerativen interkulturellen digitalen Projekt will die Männergruppe„ Feierabend“(von uns in der Altentagesstätte „Treffpunkt“ mit Förderung des ibk-kubia nachhaltig etabliert, Teilnehmeralter: 50 -100 Jahre) mit bildungsbenachteiligten und geflüchteten Jugendlichen die vielfältige Geschichte eines historischen Platzes in der Altstadt erforschen und sie in einem Dokumentarfilm darstellen.

In 2020 „adoptierten“ die Jugendlichen, die ihre eigenen „Opas“ im Krieg verloren haben, die deutschen Senioren, um mit ihnen das internationale Kunstprojekt "Grandpa & Me" durchzuführen. Das Ergebnis war eine Ausstellung aus aller Welt im Kulturzentrum BÜZ im Gebäude der alten Johanniskirche.

Die Senioren gingen freundschaftliche Beziehungen zu den "Ausländern" ein, neugierig wurden Klischees auf beiden Seiten ausgeräumt. Das Bürgerradio "Hallo Minden" begleitete das Projekt. Alle 3 Institutionen befinden sich um einen zentralen innerstädtischen Platz: den Johanniskirchhof.

Im Bereich des kreativen Erzählens in Verbindung mit digitalen Medien regen wir einen intergenerativen Dialog an und thematisieren interkulturelle Aspekte in der Kulturarbeit mit Älteren als Grundlage für weitere kommunale und regionale Vernetzung als Teil praktischer Friedensarbeit.

In Workshops erarbeiten die Teilnehmer die Themen und die Gestaltung des Films:

  • Die Ursprünge: Karl der Große und Sachsenherzog Wittekind
  • Vom protestantischen Friedhof über den preußischen Exerzierplatz hin zur Grünen Oase
  • Zeitzeugenberichte aus Weimarer Republik, Faschismus und Krieg
  • früher Kanonen, heute Platz interkultureller Begegnung von alt und jung

Dann drehen und schneiden sie den Film unter Anleitung des Filmemachers Dr. Frank Erdmann, selbst Mitglied der Gruppe FEIERABEND.

Als Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind vorgesehen: Artikel in der lokalen und regionalen Presse sowie in den Medien der beteiligten Partner: Homepage und Printmedien, Lokal- und Regionalradio, Flyer, Projektpräsentation in bestehenden Kursen, die von Geflüchteten und Senioren besucht werden.

Förderer

Fond Soziokultur

Ernst Böcker GmbH & Co. KG

Sparkasse Minden-Lübbecke

Stadt Minden

Kooperatiospartner

Treffpunkt Johanniskirchhof

Goethe-Freilichtbühne Porta Westfalica


Eine interkulturelle Begegnung am Freitag, 16.04.2021

Die Corona-Zeiten halten an. Währenddessen können im BÜZ öffentlich geförderte Veranstaltungen der außerschulischen Bildung unter strengen Hygiene-Auflagen stattfinden. Zu Beginn der Veranstaltung gab es Kaffee und Kuchen. Der Verzehr war nur draußen gestattet.

Das Projekt ging an diesem Freitag in seine zweite Phase, d.h. konkreter ins Detail. Georg Sander vom Treffpunkt verwendete das Bild einer Reisegesellschaft, die nun die zweite Station der Reise in   Angriff nahm. Das weite Ziel vor Augen: Im Dezember wird der von Frank Erdmann gedrehte Film über gespielte Szenen der Geschichte des Johanniskirchhofs im BÜZ präsentiert werden.

Die Freilichtbühne Porta Westfalica erklärte sich bereit, den Prozess der Kostümierung mitzugestalten, da natürlich genügend Kostüme und Requisiten zur Verfügung stehen. Ann-Kristin Puls, die bei der Freilichtbühne für die Kostüme verantwortlich ist, stand mit Rat und Tat zur Verfügung. Sie hatte diverse Kostüme mittelalterlicher und neuzeitlicher Rollen mitgebracht: zum Beispiel eine Mönchskutte, ein Papst-Kostüm, die Kleidung einfacher Leute wie die der Fischer und der Handwerker und die Kleidung Adliger sowie geistlicher Würdenträger. Natürlich stellten die mitgebrachten Kleidungsstücke nur eine Auswahl dar.

Projektorganisator Peter Küstermann verwies darauf, dass Improvisation eine fundamentale Triebfeder bei den weiteren sommerlichen Veranstaltungen sein wird. Das Auswendiglernen von Textpassagen steht nicht im Fokus, sondern die lebendige Freude beim Drehen mit spontanen Äußerungen und Reaktionen. Somit haben diese Filmsequenzen sicherlich viel fiktiven und narrativen Charakter. Nochmals sei das grundsätzliche Anliegen erwähnt: Geflüchtete junge Syrer und Syrerinnen drehen einen Film mit deutschen Senioren aus der Männergruppe. Neben Spracherwerb steht der kulturelle Austausch im Vordergrund. Frank Erdmann, der Filmemacher, äußerte sich ähnlich: Professionalität sei nicht angesagt, das wäre auch nicht realisierbar, aber Slapstick-artige Passagen seien wünschenswert.

Dieser zweite Tag der Veranstaltungsreihe brachte dann auch konkrete Ergebnisse: Jung und Alt, geflüchtet und deutsches Urgestein, fanden jeweils zueinander. Sie überlegten sich, welche Rollen gespielt werden können. Dabei kristallisierten sich Szenen heraus: Ein Bote in einer Mönchskutte macht sich auf den Weg zu Papst Innozenz III. Der Papst nimmt das Stift unter seinen Schutz und die Arbeiten an der Johanniskirche beginnen. Requisiten für Handwerker können besorgt werden. Die Hochzeit Heinrichs IV mit seiner Braut Mathilde sorgt für eine weitere Filmsequenz. Weitere Szenen: Die Reformation und Minden als ein Austragungsort des Dreißigjährigen Krieges – die Schlacht bei Minden. Natürlich werden – wie schon erwähnt – Dialoge und Sprechrollen frei definiert werden. Frank Erdmann und Peter Küstermann verwiesen auf verbindende Übergangs-Elemente zwischen den einzelnen Spielszenen – die Rahmenhandlung. Die gesamte Gruppe kann das Volk spielen, welches immer wieder als verbindendes Element in den Vordergrund tritt. Georg Sander verwies auf das Konzept der Kleingruppen: Personen der ausgewählten Szenen und Rollen setzen sich zusammen und machen sich mit der Thematik vertraut. 

Volker Papke-Oldenburg


Schauspieler gesucht!

Für einen Kostümfilm 800 Jahre JOHANNISKIRCHHOF und seine wechselvolle Geschichte suchen wir euch! Als Schauspieler! Das Drehbuch schreibt Ihr selbst! Minden statt Hollywood. Wieder am 11.06. um 16.00 Uhr und am 02.07. um 14.30 Uhr.

Nur mit Anmeldung: TEL 0178 7617637. 

Weitere Infos findet ihr in dem folgenden Film:

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