2022

Begegnungscafé

Ein Projekt der KulturScouts

Begegnungscafé

Für ukrainische und russische Jugendliche

Eine neue Veranstaltungsreihe wurde im BÜZ etabliert. Angesichts des Krieges in der Ukraine kommen immer mehr geflüchtete ukrainische Jugendliche nach Minden. Das BÜZ als ein Zentrum für Integration und kulturelle Bildung versteht sich als Anker, um Ankommen, Fuß fassen und nach vorne schauen aktiv zu begleiten. Aktive Begleitung bedeutet auch die Stadt Minden näher kennenzulernen.

Was eignet sich dabei besser als den Erlebnisstadtplan für Jugendliche anzuwenden, der von Kultur-Scouts entworfen worden war, die auch dieses Projekt selbständig leiten.


Förderer

Fonds Soziokultur

Ein Projekt der KulturScouts

Projektverantwortlicher: Mohamed Oumari

Mein Vater ist im Krieg

25.09.2022

Unser vielsprachiges Erzählcafé bot Gelegenheit zum lebendigen Austausch in geselliger und zwangloser Atmosphäre. Inmitten der Ausstellung MIR – Mup (dasselbe Wort bedeutet FRIEDEN auf ukrainisch und auf russisch) war Raum für unterschiedliche Erfahrungen und viel Platz für die Gefühle der Teilnehmer*innen.

Ukrainische Geflüchtete berichteten, wie es sich anfühlt, hier in Sicherheit zu leben, während ihr Vater die Heimat an der Front verteidigt. Russische Jugendliche ergänzten, wie sehr ihre Familien leiden. Junge Syrer*innen brachten den Vergleich ein mit ihrer eigenen Fluchtgeschichte vor 6 Jahren. Und wir Einheimischen stellten uns der Frage: was haben wir gelernt in dieser Zeit?

Die Moderation übernahmen Radima und Kamila Dalduewa von den KulturScouts.


Besuch der Mindener Schiffmühle

08.07.2022

Eine neue Veranstaltungsreihe wurde im BÜZ etabliert. Angesichts des Krieges in der Ukraine kommen immer mehr geflüchtete ukrainische Jugendliche nach Minden. Das BÜZ als ein Zentrum für Integration und kulturelle Bildung versteht sich als Anker, um Ankommen, Fuß fassen und nach vorne schauen aktiv zu begleiten. Aktive Begleitung bedeutet auch die Stadt Minden näher kennenzulernen. Was eignet sich dabei besser als den Erlebnisstadtplan für Jugendliche anzuwenden, der von Kultur-Scouts entworfen worden war.

Ziel des heutigen Nachmittags war die Mindener Schiffmühle. Zunächst aber trafen sich die ukrainischen Jugendlichen, begleitet von einigen syrischen Kultur-Scouts, im Kulturzentrum BÜZ, um eine kleine Orientierungsphase zu durchlaufen. Für das Dolmetschen waren neben Peter Küstermann die beiden Tschetscheninnen Radima und Camilla vorgesehen. Somit konnte nichts mehr schiefgehen. Vorgestellt wurden auch der Fotograf und der Berichterstatter, mit dem Verweis auf die digitale Dokumentation.

In einer ersten Kennenlernrunde berichteten die Jugendlichen über ihre Herkunft: Donezk und Cherson als bekannteste und umkämpfte Städte sollen hier stellvertretend genannt werden. Ferner erwähnten sie die Gastfreundschaft und die guten Erfahrungen, die sie in Minden gemacht haben. Nicht zu vergessen, dass Minden eine schöne Stadt sei.

Dann ging es zu Fuß los zur Schiffmühle zum Erwerb des Müller-Diploms. Hier wurde die Gruppe vom Schiffmüller Stephan sowie von Christiane empfangen. Der Schiffmüller vergas nicht Scherzes halber zu erwähnen, dass lediglich drei Rettungsringe zur Verfügung stünden. Somit sollte auch keiner die Idee haben, ins Wasser zu springen.

Nach einem Willkommenstrunk erläuterte der Schiffmüller zunächst den historischen Hintergrund von Schiffmühlen im Allgemeinen und der Mindener Schiffmühle, die als Rekonstruktion im Jahr 1998 am Weserufer erbaut worden war. Erste Schiffmühlen gab es im Römischen Reich, während 1326 die erste Mindener Schiffmühle gebaut wurde. Er läuterte das Prinzip und die Wirkungsweise von Wassermühlen, ohne zu vergessen, dass die Mindener Mühle bei niedrigem Wasserstand elektrisch betrieben werden könne. An diesem Besuchstag war das auch notwendig, da die Weser wenig Wasser führte. Die Besichtigung wurde fortgeführt, den Jugendlichen wurde die Funktionsweise des Mahlwerks anschaulich vorgeführt, indem die Wassermühle elektrisch angeworfen wurde. Roggenkorn wurde gemahlen. Das verbliebene Schrot konnte in Jutesäcken von den Jugendlichen mitgenommen werden.

Letztendlich ging es den Erwerb des Müller-Diploms mit Fragen zur allgemeinen Geschichte der Schiffmühlen, zur Mindener Schiffmühle, zu den Aufgaben eines Schiffmüllers oder zur Gewässerkunde. Die Fragen waren nicht einfach zu beantworten, handelte es sich um gerade Angekommene, die der deutschen Sprache kaum oder gar nicht mächtig waren. So war es legitim, dass etwas geschummelt wurde. Radima und Camilla hatten von Peter Küstermann recherchierte und übersetzte Antworten zur Verfügung. Es ging hier vordergründig schließlich um das gemeinsame Erlebnis und um das Zusammenkommen.

Somit erhielten selbstverständlich alle eine Urkunde mit dem Müller-Diplom sowie eine Münze mit der Schiffmühle auf der einen Seite und einer weiteren Mühle aus dem Mühlenkreis auf der anderen Seite.

Abschließend wurden noch Fotos beim Verlassen der Mühle auf dem Steg gemacht.

Ein weiterer Schritt zur Integration wurde an diesem Tag vollzogen.

Volker Papke-Oldenburg